Ablauf des fairen Handels
Mit dem Wegfall des Zwischenhandels entstanden den kleinbäuerlichen Produzenten finanzielle Freiräume. Mehreinnahmen fließen in Arbeits- und Sozialstandards, Bildung, Gesundheit, Altersvorsorge und die Produktion.
Die Zusammenarbeit mit der Union de Cooperativas Productoras de Cafe Organico (UCPCO) in Nicaragua ist fast schon legendär. Schon 1990 begann die ersten Gespräche mit Ökotopia-Vertretern, 1993 wurde der Verband formal gegründet und hat heute 120 Mitglieder in 7 Kooperativen und einigen Einzelhöfen. So günstig die natürlichen Bedingungen in den Bergen um San Juan de Rio Coco für den Kaffeeanbau sind, so benachteiligt ist die Region in infrastruktureller Hinsicht. Bis 1990 war sie eines der am härtesten vom Terror der "Contras" betroffenen Gebiete. Diese legte mit ihren Überfällen die Landwirtschaft über Jahre hinweg lahm. Die Reaktivierung der vernachlässigten Kaffeepflanzungen mit ihren zum Teil überalterten Bäumen war ein gewaltiger Kraftakt.
Keine Entwicklungshilfe
Öffentliche Investitionen hat es seither zwar vereinzelt gegeben, zum Beispiel im Straßenbau, aber noch heute muss der für die Kaffeevermarktung zuständige Carlos Jarquin 30 km weit fahren, um zu telefonieren oder um E-Mails abzurufen. Der öffentliche Gesundheits- und Bildungssektor ist von den Regierungen in den vergangenen zehn Jahren stark vernachlässigt worden, der Analphabetismus nimmt zu. Auch die internationale Entwicklungshilfe geht an dieser Region vorbei, jedenfalls an der UCPCO: Diese Genossenschaft hat außer der Förderung durch den fairen Kaffeehandel bislang wenig Unterstützung von außen erhalten.
Nur wenig öffentliche Förderung
Als Ausnahmen zu nennen sind hier Spenden nach dem Hurrican MITCH 1998 und ein EU-Förderkredit zum aktuell stattfindenden Ausbau der Trockenverarbeitungsanlage. In dieser 1996 weitgehend aus eigener Kraft und eigenen Mitteln errichteten Anlage wird der von den Bäuerinnen und Bauern abgelieferte "café pergamino" bis zum exportfertigen "café oro" weiterverarbeitet, eine wichtige Voraussetzung für die selbständige internationale Vermarktung des Kaffees durch die Genossenschaft.
Ein gemeinsames Ziel
Die Mitglieder von UCPCO sind übrigens die einzigen in dieser abgelegenen Region, die es geschafft haben, sich von den lokalen Zwischenhändlern unabhängig zu machen. Insgesamt gesehen wächst die UCPCO langsam, aber authentisch. Die sonst üblichen Probleme zwischen Kaffeebauern und internationalen Händlern konnten zwischen den Organico-Produzenten und dem Ökotopia-Team gar nicht erst aufkommen, da alle ein gemeinsames Ziel verfolgen, nämlich den ökologischen Kaffeeanbau zu etablieren und zu verbessern. Das Ergebnis dieser Mischung aus konsequent ökologischem Anbau und fairem Handel ist ein Kaffeeprodukt von unvergleichlicher Qualität, die nur wirkliche Naturprodukte bieten können. Ökotopia-Kaffee und -Espresso aus Nicaragua können Sie einfach mit gutem Gewissen genießen, so wie unsere anderen Produkte aus allen Teilen der Welt.