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Juli 2015 - 35 Jahre Ökotopia
Vom Soli-Kaffee zum Biospezialisten
Gegründet 1980 von einer studentischen Initiative in Berlin-Kreuzberg, gehört Ökotopia zu den Pionieren und Urgesteinen im Fair Trade Handel von Tee- und Kaffeespezialisten. Nun feiert das Unternehmen sein 35-jähriges Jubiläum. Leitmotiv und Antrieb damals wie heute ist eine alternative Wirtschaftsweise, die die Weltgemeinschaft gerechter macht. Von Anfang an als solidarischer Handel aufgestellt, war der Schritt, rein ökologische Produkte anzubieten, nur konsequent. Fair, engagiert und sozial – das hat bei Ökotopia Tradition. Denn langfristiges Wirtschaften und vertrauensvolle Beziehungen zu den Produzenten in aller Welt bestimmen ihre Handelsethik. Heute liefert das Unternehmen als Hersteller und Fachgroßhändler bundesweit über 150 Tee- und Kaffeespezialitäten in höchster Bio-Qualität. Und ist damit auch ein erfahrener Importeur für faire und ökologische Produkte. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, investiert der Betrieb 2015 in eine neue Teeabfüllanlage. 18 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen - und wächst seit Jahren kontinuierlich.

Der würzig-aromatische Schwarztee „Mehringhof Mischung“ - ein Klassiker im Sortiment - erinnert an die Anfänge von Ökotopia. Mittlerweile in größere Räume in einen Treptower Gewerbehof gezogen, ist er eine Reminiszenz an die Zeit, in der Ökotopia Tee und Kaffee aus einem Fensterladen in Berlin-Kreuzberg an Passanten verkaufte. Heute vertreibt Ökotopia eine breite Produktpalette bundesweit in Bioläden und Biosupermärkte sowie über den Online-Shop und tritt auch selbst als Großhändler auf. Der Hersteller und Fachgroßhändler für kontrolliert-biologischen und fair gehandelten Tee und Kaffee hat sich als feste Marke in der Naturkostbranche etabliert.

Ökotopia betreibt Handel nach dem Solidaritätsprinzip. Denn alle Beteiligten sollen von der Wertschöpfung des Warenkreislaufs profitieren. Also werden Gewinne in die Förderung von Ökolandbau- und Sozialprojekten der Partner in aller Welt und in die Weiterentwicklung des Unternehmens investiert. Das bedeutet: der Betrieb gehört sich selbst, es gibt keine externen Kapitalgeber, denen man verpflichtet ist. Gewinne fließen stets in die Firma zurück.

Als Mitglied im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), in der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. (FÖL) sowie als Partnerbetrieb von fair & regional Bio Berlin-Brandenburg setzt sich Ökotopia für ökologischen Landbau ein. Von TransFair und Naturland ist Ökotopia Lizenznehmer.

Vom Soli-Kaffee zum Fair Trade

Bereits Anfang der 1980er-Jahre importierte Ökotopia den ersten „Soli-Kaffee“ aus Nicaragua und unterstützte damit die von Bürgerkrieg und Naturkatastrophen schwer getroffenen Kleinbauern vor Ort. 1986 wurde Ökotopia dann Mitgründerin der Mittelamerikanischen Kaffee Im- und Export GmbH, kurz MITKA. Damit legte sie sich früh eigene, strenge Kriterien für den fairen Handel auf. „Diese gehen weit über gängige Fair Trade Kriterien hinaus“, erläutert Geschäftsführerin Franziska Geyer. „Die Kleinbauern sind unsere wichtigsten Handelspartner. Ihre Initiativen, soziale Standards in den landestypischen Produktionsstrukturen einzurichten, sind uns sehr wichtig“, betont sie. „Wir wollen es den Bauern ermöglichen, aus eigener Kraft und selbstbestimmt ihre Lage und die ihrer Familien nachhaltig zu verbessern“, so Geyer.

Alle Ökotopia Kaffees stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Expertise der Kleinbauern vor Ort macht das möglich. Der Kaffee wächst auf fruchtigen Böden in dschungelartigen Mischkulturen und muss nicht mit Pestiziden behandelt oder künstlich gedüngt werden. Mensch und Natur leben im Einklang, durch nachhaltigen und ressourcenschonenden Anbau können auch künftige Generationen eine intakte Umwelt vorfinden und von den Früchten der Natur zehren. Damit werden nicht nur die Prinzipien „Fair“ und „Bio“ miteinander vereint. Sondern auch den Verbrauchern die Möglichkeit geboten, sich selbst und anderen mit jeder Tasse Trinkgenuss etwas Gutes zu tun. Mittlerweile importiert Ökotopia Kaffee aus sechs Ländern: Nicaragua, El Salvador, Bolivien, Kolumbien, Mexiko und Tansania. Ökotopia führt 15 Kaffeesorten, darunter Espresso und auch Getreidekaffee. Besonders beliebt sind der Klassiker Sandino Organico, ein feiner Kaffee mit nussigem Aroma aus Nicaragua sowie der aromatisch-fruchtige Ökotopia Espresso nach italienischer Röstung.

Die ganze Welt der Tees: von international bis regional

In ihrer Zentrale, einer alten Fabrikhalle nahe dem Treptower Park, füllt Ökotopia mitten in Berlin ihre Tees in Spitzenqualität von Hand ab. Schon beim Betreten der Produktionshallen ist die Liebe zum Produkt mit allen Sinnen erfahrbar: hier duftet es nach heimischen Blütenblättern und Kräutern, aber auch nach milden Grüntees und würzigen Schwarzteesorten.

Eine persönliche Beziehung zu den Produzenten ist für die Geschäftsführerin von Ökotopia, Franziska Geyer, selbstverständlich. Mehrmals pro Jahr reist sie in die Teegärten der Welt um neue, feine Teespezialitäten und beliebte Klassiker des Ökotopia-Sortiments einzukaufen. So sorgen sie und ihr Team seit Jahren mit ihrer Erfahrung und ihrem Gespür für Qualität für außergewöhnliche Genussmomente. Aktuell bietet Ökotopia 140 Teesorten, alle aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Hälfte davon sind Schwarz- und Grüntees aus China, Indien, Nepal und Japan. Den Rest machen Früchtetees, Baum- bzw. Strauchtees, Solokräuter und Kräutermischungen aus, deren Rohwaren aus Europa, Südafrika und Brasilien stammen. Besonderheiten sind auch die von der Berlin-Brandenburgischen Heimat Ökotopias inspirierten Kräuterteemischungen. Für die Produktreihe „Um uns herum“ werden hochwertigste heimische Kräuter und Pflanzen frisch abgemischt. Viele Kräuter werden aus Brandenburg bezogen. Auch im Teebeutel-Sortiment gibt es Innovationen: die zwei fruchtigen Kindertees Teelixier und Alice’s Tea Party. Ungesüßt und mit frisch-spritzigem Geschmack sind sie der perfekte Durstlöscher an heißen und kalten Tagen.

Manuelle Abfüllung und umweltfreundliche Verpackung

Alle losen Teesorten werden in Berlin abgemischt und per Hand abgefüllt. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde dafür im Frühjahr 2015 eine neue Abfüllanlage angeschafft, die die Abwiegemenge automatisch berechnet. Handabfüllung leistet hier dennoch noch immer der Mensch. Nicht nur die Tees von Ökotopia entsprechen den Prinzipien ökologischen Handels. Auch bei den Teeverpackungen wird besonderer Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt. Alle Verpackungen bestehen aus 100 Prozent Cellulose und sind somit leicht abbaubar.

Soziale Verantwortung – hier und überall

Fairer Handel unterstützt kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten in strukturschwachen Ländern, damit sie aus eigener Kraft ihre Existenz sichern können. Die gleiche soziale Verantwortung, die Ökotopia gegenüber ihren kleinbäuerlichen Handelspartnern in aller Welt vertritt, bildet auch die Vertrauensbasis für die Zusammenarbeit der Mitarbeiter in der Zentrale in Berlin. „Aus unserer Sicht ist partnerschaftlicher Handel auch eine Frage der innerbetrieblichen Struktur“, so Franziska Geyer. Dazu gehören eine gerechte Entlohnung und flache Hierarchien ebenso wie eine aktive Mitgestaltung und Mitbestimmung durch jedes Teammitglied. Jeden Tag kommen alle Mitarbeiter beim gemeinschaftlich gekochten Bio-Mittagessen an einem großen Tisch zusammen. „Bei Ökotopia fühlt sich jeder mitverantwortlich und setzt sich mit seiner Arbeitskraft dafür ein, dass der Gedanke, nachhaltig und fair zu Handeln hier und überall auch an zukünftige Generationen weitergegeben wird“, berichtet Franziska Geyer.

Das Erfolgsrezept von Ökotopia geht auf. Das Unternehmen wächst im Jahr um 10 Prozent.

Der Name Ökotopia …

entstand in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Ernest Callenbach, den Ökotopia in ihren Anfängen auch mitverlegte. Der Roman beschreibt die Utopie einer ökologisch und sozial verträglich organisierten Gesellschaft und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der grünen Bewegung Ende der 1970er-Jahre. Der Firmenname erinnert Ökotopia-Mitarbeiter und Partner stets an das Ziel, aus der Utopie, gerecht und im Einklang mit der Natur ökologisch zu leben und zu wirtschaften, Realität zu machen.

Juli  2015


Kontakt

Franziska Geyer
f.geyer@oekotopia.org