kleines Ökotopia-Logo
August 2012: Der Bohne wert!
Warum Ökotopia seine Kaffeepreise erhöht
Einzigartige Qualität hat ihren Preis

Ökotopia steht für eine Unternehmensphilosophie, die auf fairen, auf Langfristigkeit angelegten Partnerschaften beruht. Kaffee bezieht Ökotopia von Klein-bauern in El Salvador, Nicaragua und Mexiko. Die Berliner geben den in Kooperativen zusammen-geschlossenen Erzeugern auch in turbulenten Weltmarktphasen planerische und finanzielle Sicherheit.
 
Die Kaffee- und Espressopreise von Ökotopia spiegeln nicht nur die Fair Trade-Philosophie des Unternehmens wider, sondern auch die Spitzenqualität der Produkte. Die Ökotopia-Bohnen ent-sprechen einer sehr hohen Qualität. Alle kommen aus Höhenlagen und sind auf den European Preparation Standart sortiert, was heißt, dass auf 300g Rohkaffee höchstens 8 Fehlerbohnen kommen. Damit rangiert das Ökotopia-Sortiment im Biosektor quali-tativ im obersten Bereich, dem Feinschmecker- und Gourmet-Segment, und setzt sich von anderen Bio-Kaffees und Espressi deutlich ab. Die Bohnen entsprechen größtenteils der besonderen „High Grown“-Qualität für hohe Anbaulagen. Nach der Ernte werden die Kaffeekirschen sorgfältigst handsortiert. Die Anzahl defekter Bohnen und Größenschwankungen der Bohnen werden auf ein Minimum reduziert, was den Geschmack noch verfeinert. Diese Qualität zu halten, bedeutet wegen des Klimawandels und seiner Folgen einen erhöhten Zeit- und Geldaufwand für die Kaffeebauern. 2012 er-schwerte extreme Nässe die Ernte. Die Produzenten hatten einen erheblichen Mehraufwand bei der Trocknung der Bohnen und mussten sich neue Hilfsmittel, sogenannte „Solartrockner“, anschaffen.

Ökotopia orientiert sich nicht am Weltmarktpreis, sondern am Wert der Arbeit
Kaffee ist das bedeutendste Agrargut im globalen Süd-Nord Handel. Viele Faktoren wie Angebot und Nachfrage, zunehmend Börsenspekulationen mit Agrargütern oder auch der Klimawandel beeinflussen seinen Preis. Seit dem letzten Höchststand im Februar 2012 ist der Weltmarktpreis für Kaffee gefallen. Durch die im Februar festgelegten Preise für die Ernte 2012, kann Ökotopia nicht im Gegensatz zu anderen Anbietern von Bio-Kaffee die preise senken. Das Unternehmen legt bei seiner Preisgestaltung die tatsächlichen Produktionskosten der Kleinbauernkooperativen zugrunde, die ein anspruchsvolles, pflegeintensives Agrargut erzeugen. 

Besondere Preisgestaltung: Jahresverträge, Preisgarantien und Vorfinanzierung
Ökotopia übernimmt für seine Partner in Mittelamerika einen Großteil des unternehmerischen Risikos. Das fängt damit an, dass das Unternehmen Jahresverträge abschließt. Damit garantiert der Importeur, die nächste Kaffee-Ernte abzunehmen. Die Bauern erhalten für ihre Bohnen einen Festpreis, der sich an den Erzeugungskosten der Kleinbauern orientiert. Dieser Festpreis liegt über dem von der Fair Trade Labelling Organization (FLO) als Standard gesetzten Mindestpreis. Schnellt der Weltmarktpreis einmal über den Festpreis, profitieren die Erzeuger trotzdem: Dann legt Ökotopia die Differenz zwischen vereinbartem Festpreis und aktuellem Weltmarktpreis noch oben drauf, damit den Bauern keine Nachteile entstehen. Fällt der Weltmarktpreis wie aktuell, sichert der Ökotopia-Festpreis den Kleinbauern trotzdem ein kostendeckendes Einkommen.
Ökotopia zahlt seinen Partnern bis zu 60 Prozent des vereinbarten Preises bereits vor Lieferung aus. In ihren Ländern würden die Kleinbauern keine Kredite erhalten. Dank der Vorfinanzierung können sie Erntehelfer anstellen und die Verarbeitung der Kaffeebohnen finanzieren.

Höhere Prämien für Ökolandbau, fairen Handel und lokale Infrastruktur
Zusätzlich zum beschriebenen Festpreis zahlt Ökotopia Aufschläge für Sonderleistungen. Diese Boni hat das Unternehmen 2011 erhöht: Die Erzeuger erhalten 30 Eurocent pro Kilo extra für Bio-Anbau, 20 Cent für fairen Handel und 5 Cent zur Förderung lokaler Strukturen. Selbst von seinen Mitbewerben aus der Naturkostbranche setzt sich Ökotopia mit dieser Preisgestaltung positiv ab. Das ermöglicht den Kleinbauern, ihren Erntehelfern Mindestlöhne zu zahlen, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Zum Beispiel konnten im letzten Jahr viele Kooperativen Mitglieder dank des Strukturaufschlags endlich einen Führerschein machen und müssen ihre Ernte nicht mehr notgedrungen ohne Fahrerlaubnis transportieren.

Ökotopia kompensiert Preisschwankungen nicht durch Lohndumping
Ökotopia lässt Preisschwankungen und Turbulenzen auf dem Weltmarkt nicht seine Partner-Kooperativen in Mexiko, El Salvador und Nicaragua tragen. Sondern gibt sie mit Bedauern, aber auch mit guten Gründen an seine Kunden weiter. Wir finden, das ist im Sinne des Fairen Handels die richtige Entscheidung.
Kontakt

Franziska Geyer
f.geyer@oekotopia.org